Zum Inhalt springen

Ein „göttlicher“ Gottesdienst mit „LiChörchen“ in Westerburg

Die Internetzeitung „WW-Kurier“ berichtete über den von uns gestalteten Gottesdienst in Westerburg am 28. August 2022:

Foto: Wolfgang Rabsch

Ein „göttlicher“ Gottesdienst mit „LiChörchen“ in Westerburg

Wieso dieser Gottesdienst „göttlich“ war? „Ehre, wem Ehre gebührt“, meint unser Autor, der diese besondere Veranstaltung in der evangelischen Schlosskirche zu Westerburg erlebte. Die Besucher hätten sich sehr gefreut, bei dieser einmaligen Veranstaltung zu erleben.

Westerburg. Wenn man leicht übertreiben will, aber trotzdem ganz großes Lob ausspricht, dann wird häufig der Ausdruck „göttlich“ benutzt, zum Beispiel „Das war ein göttlicher Abend, oder ein göttliches Essen, ein göttliches Tor, aber auch ein göttliches Konzert“. Den Vergleich von bestimmten Sachen mit Gott sollte man nicht zu häufig verwenden, aber wenn es angebracht ist, dann muss es halt sein. Wie kommt der Autor dieses Artikels darauf, den Gottesdienst in der evangelischen Schlosskirche zu Westerburg als „göttlich“ zu titulieren? Ganz einfach: Ehre, wem Ehre gebührt. Normalerweise wird eine positive, aber auch negative Kritik einer Veranstaltung am Ende des Artikels gebracht, bei diesem Gottesdienst in Westerburg werden die Lobeshymnen jedoch bereits am Anfang gesungen. Doch der Reihe nach.

Foto: Wolfgang Rabsch

Endlich neue Wege, die Gottesdienste moderner zu gestalten

Pfarrer Maic Zimmermann vom Pfarramt Westerburg (Jakobus-Bezirk) gehört offensichtlich zu der neuen Generation von Pfarrern, die zwar die Vorgaben der Liturgie in Gottesdiensten respektieren, aber sich trotzdem einen gewissen Spielraum zu eigen machen. Allerorten wird über Gottesdienste gesprochen, die sich an strenge Vorgaben halten, wobei drei Fakten eine Rolle spielen: Gebet, Predigt und Gesang der Gemeinde. Von diesen Fesseln, so gewinnt man beim Besuch des Gottesdienstes den Eindruck, hat sich die evangelische Kirche in Westerburg befreit. Mit Freude wurde die frohe Kunde aufgenommen, das am Sonntag (28. August) der Gottesdienst in der Schlosskirche von dem im gesamten Westerwald bekannten und geschätzten Chorverband „LiChörchen“ begleitet wird. Die Klasse von „LiChörchen“ kommt nicht von ungefähr, verfügen doch sämtliche Mitglieder über langjährige Chor-, Band- oder Dirigentenerfahrung. Das Besondere bei den Proben und Auftritten ist der Umstand, dass der Chor ohne Dirigenten arbeitet. Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein, die Stücke werden regelrecht aufgeteilt und nur über Blickkontakt geführt.

Die nun folgende Beschreibung des Gottesdienstes wird nicht protokollarisch durchgeführt, wobei einzelne Abschnitte durchaus erwähnt werden, aber im Großen und Ganzen soll es um die atmosphärische Beschreibung gehen, die sich im Laufe des Gottesdienstes entwickelte. Mit „Here I am“ eröffnete der Chor den Gottesdienst in der sehr gut besuchten Schlosskirche. Schon in der Begrüßung durch Pfarrer Zimmermann war der angenehm lockere Ton zu spüren, der sich durch den gesamten Gottesdienst zog. Nach dem das erste Lied von „LiChörchen“ bereits mit lautem Beifall honoriert wurde, normalerweise fast undenkbar in einer Kirche, beschwor Pfarrer Zimmermann die Gemeinde, beim ersten gemeinsamen Lied so schön zu singen, wie es eben der Chor getan hatte. Der Pfarrer hatte nach dieser Aufforderung für Lacher gesorgt, damit war der Bann gebrochen, und der Gottesdienst konnte durchstarten.

Wir wollen uns ein bisschen mit den Liedern befassen, die vom Chor vorgetragen wurden, und in der Kirche unter den Besuchern ein Gänsehautfeeling erzeugte. „Halleluja“ von Leonard Cohen wurde mit einer solchen Intensität gesungen, dass einige Besucher, wie Pfarrer Zimmermann im Anschluss feststellte, feuchte Augen bekamen. Das Lied „Wunder geschehen“ von Nena stellte Pfarrer Zimmermann in den Mittelpunkt seiner Predigt. Zu dem Lied gibt es eine Geschichte, die von Nena selbst erzählt wurde. Sie schrieb das Lied „Wunder geschehen“, nachdem sie ihren 11 Monate alten Sohn nach einer schweren Krankheit verlor, und sie es als ein Wunder ansah, dass er kurz vor seinem Tod einmal lächelte. Pfarrer Zimmermann nannte drei Wunder, die zurzeit Zeit die größten wären. An erster Stelle steht für ihn das Wunder der Geburt, dann ist für ihn ein Wunder, die Menschlichkeit und Hilfe für die Ukraine, und an dritter Stelle die Musik, die alle Menschen miteinander verbindet.

Nach der Predigt und dem Glaubensbekenntnis, interpretierte „LiChörchen“ den Welthit „Human“ (Menschlichkeit) von Rag’n’Bone Man, bei dem nicht nur der Chor rhythmisch klatschte, auch die Besucher in der Schlosskirche machten begeistert mit. Nach dem das gemeinsame „Vater Unser“ gesprochen wurde, und Pfarrer Zimmermann den Segen spendete, wurde der ungewöhnliche Gottesdienst von „LiChörchen“ mit zwei sehr religiösen Songs beendet, nämlich „The Blessing“ und „A Million Dreams“. Fast wie bei einem Rockkonzert, verwandelte sich die Schlosskirche in ein einziges klatschendes und jubelndes Beifallsszenario, minutenlanger Beifall und „Zugabe“ Rufe, sind in der Schlosskirche sicherlich nicht alltäglich.

Selbst Pfarrer Zimmermann schüttelte ungläubig, darf man das bei einem Gottesmann eigentlich sagen? den Kopf und sagte nur bewundernd: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Den Jubelarien kann man sich nur anschließen, denn es war echt „göttlich“, was „LiChörchen“ zum Gelingen des Gottesdienstes beitrug. Eine Einzelkritik erübrigt sich und könnte zu euphorisch klingen.

Foto: Wolfgang Rabsch

Der Gottesdienst war zwar dann zu Ende, doch alle Besucher versammelten sich vor der Kirche, um dort bei Kaffee und Kuchen, nochmals den eben erlebten Gottesdienst zu verarbeiten. Selten hat man so viel glückliche Gesichter strahlen gesehen, Menschen die absolut begeistert waren, und im Gespräch immer wieder ihre Freude zum Ausdruck brachten, dass sie bei diesem einmaligen Erlebnis dabei sein durften.

Während des Gottesdienstes wurde der gemeinsame Gesang der Kirchengemeinde von der Organistin Marianne Adam begleitet.

Den Artikel auf der Webseite des „WW-Kuriers“ finden Sie hier.

– Mit freundlicher Genehmigung des Autors und Fotografen Wolfgang Rabsch –

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.