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Besucheransturm in der Martin-Luther-Kirche

Das Lokalmagazin „Blick aktuell“ berichtete über unser Benefizkonzert in Wirges am 26. Januar 2020:

„LiChörchen“ begeisterte auf ganzer Linie. Foto: Wolfgang Rabsch

Besucheransturm in der Martin-Luther-Kirche

„LiChörchen“ gaben in Wirges ein Benefiz-Konzert zugunsten des Hospizvereins in Dernbach

Wirges. Den Ausdruck „Wow“ benutzte Jan Schneider vom Kirchenvorstand der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Wirges am Ende des Konzertes von „LiChörchen“, völlig überwältigt von dem, was er und 250 Konzertbesucher in der überfüllten Kirche erleben durften.

Eben dieser Jan Schneider begrüßte die Besucher auch zu Beginn in der evangelischen Kirche, er konnte es kaum glauben, dass 250 Stühle herbeigeschafft werden mussten, um allen Besuchern Platz zu gewähren. Sogar der Nebenraum musste geöffnet werden, um Stühle dort unterzubringen. Er versprach ein Konzert, welches man nicht alle Tage zu sehen und zu hören bekommt, und das Versprechen wurde eingehalten.

Der eigentliche Sinn der Veranstaltung bestand in der Tatsache, dass es sich um ein Benefiz-Konzert zugunsten des Hospizvereins in Dernbach handelte. Der Eintritt zum Konzert war frei, jedoch hoffte man nach Ende des Konzertes auf ein großes Spendenaufkommen.

Ein Konzert der Superlative für die begeisterten Besucher

Mit einem warmen Applaus wurden die Mitglieder von „LiChörchen“ empfangen, bestehend aus sechs Frauen und fünf Männern. Der erste Song entführte das Publikum nach Afrika, als der Chor „Baba yetu“ zum Besten gab, dabei eine afrikanische Sprache benutzte. „Baba yetu“ ist nichts anderes als das „Vater unser“.

In der Folge präsentierte der Chor einen großen Querschnitt durch sein umfangreiches Repertoire. Die einzelnen Titel wurden von Thomas Zimmermann und Florian Striedter vorgestellt, zudem vermittelten sie viele Informationen zu Interpreten und Komponisten. Berührend war die Geschichte zu „Wunder gescheh’n“ von Nena, die ihren elf Monate alten Sohn nach schwerer Krankheit verlor, wobei das Wunder für Nena war, dass ihr Sohn kurz vor seinem Tod einmal gelächelt hat.

Im Anschluss wurden einige religiöse Lieder vorgetragen, so unter anderem „Maria durch den Dornwald ging“ und „Hail Holy Queen“. „Circle of Life“ ist jedermann aus dem Film „König der Löwen“ bekannt, die Besonderheit war, dass das Lied auf Deutsch gesungen wurde. „Here I Am Lord“ wird häufig bei Papstmessen gesungen, warum also nicht auch in Wirges?

Thomas und Kerstin singen „Mein Ziel“. Foto: Philip Schüler

Als Kerstin Schüler und Thomas Zimmermann im Duett „Du bist mein Ziel“ anstimmten, wobei Kerstin Schüler mit ihrer Alt-Stimme überzeugte, brandete am Ende lauter Jubel durch die Kirche.

Rock, Pop und Balladen

Nach dem „Lobgesang der Engel“ kam „LiChörchen“ allmählich zur modernen Musik, wobei nicht gescheut wurde, Rock und Pop sowie gefühlvolle Balladen zu präsentieren. „So soll es bleiben“, der Riesenhit von Ich & Ich (Annette Humpe und Adel Tawil), war der erste Schritt in diese Richtung.

Mit dem Millionenseller „Can You Feel the Love Tonight“ von Elton John, gefolgt von einer unglaublich intensiven Interpretation von „Fix You“, einem der vielen Hits der Superband Coldplay, wurde es wieder etwas ruhiger in der Martin-Luther-Kirche. Beim letzten Song durfte sich Tatjana Theis mit ihrer wunderbaren Alt-Stimme als Solistin beweisen. Für Lacher sorgte Thomas Zimmermann, als er den Song „And So It Goes“ von Billy Joel ansagte. Da Billy Joel in diesem Lied seinen Liebeskummer nach einer verlorenen Liebe verarbeitete, meinte Thomas Zimmermann, das Lied sollten vier männliche Sänger vortragen, die hätten so etwas bestimmt schon mal erlebt.

Das Männerquartett sang von Liebesleid und Liebesfreud‘. Foto: Wolfgang Rabsch

Fulminantes Finale

Am Ende des Konzertes holten die „LiChörchen“ noch einige Schmuckstücke aus der Schatulle der Rockmusik, da blieb so manchem der Besucher der Mund offen. Den Anfang vom Ende machte die geniale Interpretation des „Queen“-Hits „Don’t Stop Me Now“, der noch getoppt wurde von John Miles‘ Rock-Opus „Music“. Dieser Song ist wohl eines der schwierigsten Stücke, die ein Chor einstudieren kann, da immer wieder abrupte Rhythmuswechsel das Lied durchziehen. Wer, wie „LiChörchen“, dieses Meisterwerk der Musik beherrscht, der hat den Musik-Olymp erklommen.

Man muss dabei gewesen sein, sonst glaubt es niemand, das Publikum war außer Rand und Band. Mit Standing Ovations und lautem Jubel wurde noch eine weitere Zugabe „erzwungen“, die der Chor gerne gewährte. Unwiderruflich zum letzten Male bewiesen die Sänger von „LiChörchen“, was in ihnen steckt, was sie zu leisten fähig sind. „Africa“, ein Welthit von Toto, ließ die Kirche nochmals beben.

Dieses Konzert wird bei den Besuchern noch lange nachhallen, weil sie Zeugen eines nicht alltäglichen Konzertes wurden. Auf dem Weg zur Spendenbox überschlugen sich die Menschen mit Lobeshymnen auf den Chor, es gab aber auch wirklich nichts zu mäkeln.

Ein Chor ohne Dirigent

Die Klasse von „LiChörchen“ kommt nicht von ungefähr, verfügen doch sämtliche Mitglieder über langjährige Chor-, Band- oder Dirigentenerfahrung. Das Besondere bei den Proben und Auftritten ist der Umstand, dass der Chor ohne Dirigenten arbeitet.

Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein, die Stücke werden regelrecht aufgeteilt und nur über Blickkontakt geführt.

Es bleibt zu hoffen, dass nach dem grandiosen Konzert die Besucher nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Portemonnaie reichlich geöffnet haben, damit das Hospiz in Dernbach einen erklecklichen Betrag für seine immens wichtige Aufgabe in Empfang nehmen kann.

Die Online-Ausgabe von „Blick aktuell“ finden Sie hier.

– Mit freundlicher Genehmigung des Autors und Fotografen Wolfgang Rabsch –

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